Jemand sucht deine Firma zum ersten Mal. Er öffnet das Google-Profil, sieht die Öffnungszeiten, vielleicht ein paar Produktfotos - hat aber keine Ahnung, wie der Weg von der Straße bis zu deinem Schreibtisch physisch aussieht. Ist der Eingang klar gekennzeichnet? Ist das überhaupt der richtige Eingang? Muss er nach einer Gegensprechanlage suchen, klingeln, jemanden fragen?
Jede solche Unsicherheit ist ein Grund zu zögern. Dieser Text geht den kompletten Prozess durch - was du alles fotografieren oder filmen solltest, in welcher Reihenfolge, und was du vorbereiten solltest, bevor du überhaupt das Handy zückst.
Warum das über gewöhnliche Produktfotos hinausgeht
Produkt- und Innenraumfotos (worüber wir in einer früheren Anleitung zur Aktualisierung des Google-Profils geschrieben haben) zeigen was du anbietest. Worum es in diesem Text geht, zeigt wie man zu dir kommt - und das ist besonders wichtig, wenn dein Raum schwerer zu finden ist: eine Wohnung in einem Gebäude, ein Büro im Stockwerk, ein Eingang von der Hofseite, oder ein Raum ohne klares Schaufenster.
Sieht der Kunde vorab genau, wie der Weg aussieht, kommt er ohne die Sorge, "es zu verpassen" oder "die falsche Adresse zu erwischen" - und das beeinflusst direkt, ob er sich überhaupt auf den Weg macht.
Reihenfolge des Fotografierens - folge dem Weg, den der Kunde tatsächlich nimmt
Der beste Ansatz ist, genau in der Reihenfolge zu fotografieren, in der ein Kunde physisch vorbeikommen würde, vom Moment, in dem er die Straße erreicht, bis zu dem Moment, in dem er sich an deinen Tisch setzt.
1. Die Straße und die Umgebung
Fotografiere einen weiten Blick auf die Straße, in der sich die Firma befindet, mit klar sichtbaren Orientierungspunkten - Nachbargeschäften, einer Kreuzung, einem Parkplatz, falls vorhanden. Das hilft dem Kunden zu erkennen, dass er "am richtigen Ort angekommen ist", sobald er aus dem Auto steigt oder den Bus verlässt.
2. Die Gebäudefassade oder das Äußere
Fotografiere die gesamte Fassade des Gebäudes, in dem sich der Raum befindet, möglichst mit sichtbarer Hausnummer, tagsüber, bei schönem Wetter und guter Beleuchtung. Hat die Firma ein eigenes Schild oder Schaufenster, vergrößere auch diesen Teil gesondert.
3. Der Hauseingang
Befindet sich der Geschäftsraum innerhalb eines größeren Gebäudes (Wohn- oder Geschäftsgebäude), fotografiere genau die Tür, durch die man hineingeht - nicht das ganze Gebäude erneut, sondern den konkreten Eingang, den der Kunde finden muss.
4. Wenn der Geschäftsraum eine Wohnung in einem Wohngebäude ist
Das ist die Situation, die Kunden am meisten verwirrt, deshalb braucht sie besondere Aufmerksamkeit.
- Am Hauseingang, auf der Gegensprechanlage oder dem Namensschild der Bewohner, muss der Firmenname klar stehen - nicht nur der Nachname des Inhabers. Existiert das noch nicht, ist das die erste Sache, die physisch angebracht werden muss, bevor überhaupt etwas fotografiert wird.
- Fotografiere diese Kennzeichnung (Gegensprechanlage oder Schild) in Nahaufnahme, sodass der Firmenname klar zwischen den anderen Namen zu erkennen ist.
- Hat die Firma eine Wohnungsnummer oder ein Stockwerk, das ungewöhnlich ist, füge diese Information auch in die Bildbeschreibung oder den Profiltext ein ("Eingang B, zweiter Stock, Wohnung 12"), verlass dich nicht nur auf das Bild.
5. Aufschließen und Betreten des Geschäftsraums
Fotografiere den Moment, in dem die Tür des Geschäftsraums geöffnet wird - das wirkt wie eine Kleinigkeit, gibt aber einem Kunden, der zum ersten Mal kommt, eine klare visuelle Bestätigung, dass das die richtige Tür ist, mit der richtigen Nummer oder Beschriftung, bevor er überhaupt versucht, sie zu öffnen.
6. Innenraum - Empfang oder Wartebereich
Fotografiere den ersten Eindruck von innen - den Raum, den der Kunde zuerst betritt. Das muss ordentlich, sauber, und einladend wirken, da es das Erste ist, was der Kunde sieht, wenn er physisch eintritt.
7. Arbeitsbereich, Ausstattung und Details
Fotografiere den Ort, an dem die Leistung tatsächlich erbracht wird - Arbeitstisch, Ausstattung, Werkzeuge, oder den Bereich, in dem der Kunde während der Leistung sitzt. Füge auch ein paar Details hinzu - Diplome, Zertifikate, oder Ausrüstung, die Vertrauen in die Professionalität schafft.
Was vorbereitet werden sollte, bevor überhaupt etwas fotografiert wird
Die Reihenfolge des Fotografierens ist nur die halbe Arbeit - was auf den Bildern zu sehen ist, muss vorher bereit sein.
- Reinige und ordne den gesamten Raum - entferne Unordnung, Kartons, persönliche Gegenstände, die nicht gezeigt werden sollen, und alles, was vom Raum selbst ablenkt.
- Schalte alle Lichter ein und öffne, wenn möglich, die Vorhänge für Tageslicht - ein dunkler, schlecht beleuchteter Raum wirkt unattraktiv, egal wie schön er tatsächlich ist.
- Ordne Produkte oder Ausstattung ordentlich an - richte aus, reinige, und ordne bei Bedarf Dinge so um, dass der Raum organisiert wirkt.
- Prüfe, dass das Logo oder der Firmenname sichtbar ist, irgendwo im Bild, wenn möglich - auf einem Schild, Aufkleber, oder einer Beschriftung.
- Informiere Mitarbeiter im Voraus, wenn sie im Bild sein werden - kläre Uniformen oder ordentliches Erscheinungsbild ab, und hol ihre Zustimmung ein, auf Fotos zu erscheinen.
- Schalte alles aus oder entferne alles, was vorübergehend oder unfertig ist - Renovierungswerkzeug, provisorische Schilder, oder alles, was nicht das dauerhafte Erscheinungsbild des Raums darstellt.
Wie das technisch für Google festgehalten wird
Es gibt zwei Ansätze, je nachdem, wie detailliert du den Raum darstellen möchtest.
Option 1 - gewöhnliche Fotos über das Business-Profil
- Öffne dein Profil auf business.google.com und geh zum Bereich Fotos (Photos).
- Lade Fotos nach Kategorien hoch - Außenbereich für Straße und Fassade, und Innenbereich für das Innere.
- Bilder vom Eingang und Hauseingang kommen ebenfalls unter Außenbereich, oder in die allgemeine Galerie, falls die Kategorie nicht genau passt.
Option 2 - 360-Grad-Fotos und virtuelle Tour (Street-View-App)
Für ein detaillierteres "Durch den Raum spazieren"-Erlebnis kann die kostenlose App Google Street View genutzt werden, mit der man 360-Grad-Fotos aufnehmen und sie zu einer virtuellen Tour direkt auf Google Maps verbinden kann.
- Lade die App Street View auf dein Handy.
- Wähle in der App die Option, an jedem Punkt, den der Kunde durchläuft, eine neue Fotosphäre (360-Grad-Foto) aufzunehmen - Eingang, Flur, Hauptraum.
- Nach der Aufnahme bietet die App an, mehrere Fotosphären zu einer Sequenz zu verbinden, wodurch ein virtueller Rundgang durch den Raum entsteht.
- Veröffentliche das aufgenommene Material und verknüpfe es, wenn möglich, direkt mit deinem Business-Profil, damit es als Teil des Profils in der Suche erscheint.
Diese Option braucht etwas mehr Zeit zur Einrichtung, hinterlässt aber einen viel stärkeren Eindruck als gewöhnliche Fotos, da der Kunde buchstäblich durch den Raum "spazieren" kann, bevor er physisch ankommt.
Praktische Tipps für die Aufnahme selbst
- Fotografiere tagsüber, bei natürlichem Licht, wann immer möglich - vermeide abendliche Aufnahmen oder Außenaufnahmen bei schlechtem Wetter
- Halte das Handy gerade, auf Augenhöhe, vermeide Aufnahmen von unten oder oben, die den Raum verzerren
- Vermeide direkte Lichtreflexionen in Spiegeln oder Glas, die einen Teil des Bildes verdecken können
- Mach mehrere Aufnahmen jedes Punktes und wähle die beste aus - verlass dich nicht auf den ersten Versuch
Häufig gestellte Fragen
Was, wenn ich nicht berechtigt bin, die Gegensprechanlage oder das Schild am Eingang zu ändern (Gebäude wird von jemand anderem verwaltet)? Wende dich an die Hausverwaltung oder den Hausrat, um die Erlaubnis zu bekommen, den Firmennamen hinzuzufügen - in den meisten Fällen ist das ein einfacher, schneller Prozess, da es auch im Interesse des Gebäudes selbst liegt, dass Besucher die Adresse leichter finden.
Brauche ich dafür einen professionellen Fotografen? Nicht zwingend - moderne Handys machen völlig ausreichend gute Fotos für diesen Zweck, vorausgesetzt, die Beleuchtung stimmt und die weiter oben beschriebenen Grundregeln der Bildgestaltung werden beachtet.
Wie viele Fotos brauche ich für jeden Schritt? Ein bis zwei klare, gute Fotos pro Schritt (Straße, Fassade, Eingang, Kennzeichnung an der Gegensprechanlage, Innenraum) reichen aus - Qualität ist wichtiger als Menge.
Brauchen 360-Grad-Fotos spezielle Ausrüstung? Nein, die Street-View-App nutzt die gewöhnliche Handykamera und führt selbst durch den Prozess der Panoramaaufnahme, ohne zusätzliche Ausrüstung.
Wie oft sollte dieser Prozess wiederholt werden? Nicht oft nötig - wiederhole die Aufnahmen nur, wenn sich das Erscheinungsbild des Raums, des Eingangs, oder der Gebäudekennzeichnung ändert, oder wenn du bemerkst, dass bestehende Fotos nicht mehr dem tatsächlichen Zustand entsprechen.
Zum Schluss
Dieser Prozess dauert einen Nachmittag, beeinflusst aber direkt, wie sicher sich Menschen fühlen, zum ersten Mal zu dir zu kommen - besonders wenn der Raum etwas schwerer zu finden ist. Ein Kunde, der vorab genau weiß, wohin er geht, kommt entspannter an und entscheidet sich leichter, sich überhaupt auf den Weg zu machen.